Eiweiß/Protein

Eiweiß und Protein erklärt

Eiweiß (= Protein) ist der „Baustoff des Körpers“. Die Bildung und Erhaltung der Körpergewebe benötigt Protein. Im Körper finden ständig Auf-, Ab- und Umbauprozesse statt, für die Protein und Energie benötigt werden.

Die wesentlichen Produkte des Proteinabbaus sind Ammoniak und Harnstoff. Aus Ammoniak wird in der Leber Harnstoff gebildet und dieser über die Nieren ausgeschieden.

Protein besteht aus miteinander verknüpften Aminosäuren. Entscheidend für die Qualität des Proteins im Futter ist dessen Aminosäurezusammensetzung und die Verdaulichkeit. Für die Verdaulichkeit von Protein ist es wichtig, dass deren Aufspaltung und Aufnahme „präzäkal“, also vor dem Blinddarm (= Caecum) erfolgt. Nur bis dahin verdautes Protein kann vom Hund genutzt werden. Der Rest wird im Anschluss von den Dickdarmmikroben fermentiert.

Welches Protein braucht dein Hund?

Für den Hund sind die folgenden Aminosäuren essenziell:

  • Arginin
  • Histidin
  • Lysin
  • Leucin
  • Isoleucin
  • Methionin (zum Teil durch Cystein ersetzbar)
  • Phenylalanin (zum Teil durch Tyrosin ersetzbar)
  • Valin
  • Threonin
  • Tryptophan

Proteinquellen hoher Qualität, also für den Hund gutem Aminosäureprofil und guter präzäkaler Verdaulichkeit, sind z.B. Fleisch, Milch(produkte) und Ei(produkte).
Mittlere Qualität weißen z.B. Innereien, Bindegewebe und tierische Nebenprodukte auf.
Niedrige Qualität zeigen Hülsenfrüchte, Gemüse und Proteinextrakte aus Getreide.

Wie viel Protein braucht dein Hund?

MERKE: Als Faustregel für den Proteinbedarf des Hundes im Erhaltungsstoffwechsel gilt:

  • 5 g verdauliches Rohprotein/kg Körpermasse0,75 /Tag bzw.
  • 10 g verdauliches Rohprotein/MJ umsetzbare Energie/Tag;
    dies entspricht ca. 12 g Rp/MJ uE/Tag

Warum setzen wir hier den Proteinbedarf mit dem Energiegehalt des Futters ins Verhältnis? Weil Proteine primär als „Baustoffe“ gedacht sind. Diese Funktion können sie allerdings nur erfüllen, wenn auch ausreichend Energie zur Verfügung steht. Fehlt diese Energie, so wird sie aus Protein gewonnen, womit weniger „Baustoff“ zur Verfügung steht.

Für langhaarige Rassen wird während des Fellwechsels im Frühjahr und im Herbst eine Erhöhung der Proteinzufuhr um 20 % empfohlen.

Wann ist es zu viel Protein?

Empfohlene Höchstmengen für die Proteinzufuhr: [Rp/MJ uE/Tag]

  • kleine Hunde (ca. bis 15 kg)                        – 7 g
  • mittelgroße Hunde (ca. 15 bis 25 kg)          – 5 g
  • große Hunde (ca. über 25 kg)                     – 4 g

Überhöhte Proteinzufuhr kann ein Problem darstellen, da die Abbauprodukte (im Wesentlichen Ammoniak und Harnstoff) entgiftet und ausgeschieden werden müssen. Bei Fütterung schlecht verdaulicher Proteinquellen kommt es zudem im Dickdarm zu mikrobiellem Abbau. Folge davon können Dysbiosen (Störungen des Mikrobioms), Durchfall, und zusätzlicher Belastung des Organismus mit Abbauprodukten sein.

Tipp: Nutze den Proteinbedrafsrechner.


Quellen:
Zentek, Jürgen (2016); Ernährung des Hundes; 8. aktualisierte Auflage; Enke Verlag; Stuttgart

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