Futtermittelunverträglichkeit bei Katzen

In diesem Beitrag erfährst du:

  • was Futtermittelunverträglichkeiten sind,
  • welche Auswirkungen sie haben,
  • wie sie entstehen,
  • woran du sie erkennen kannst,
  • und wie du deiner Katze helfen kannst,
    falls sie eine Futtermittelunverträglichkeit hat.

Futtermittelunverträglichkeiten (FMU) sollen für 11 % aller Dermatitiden (entzündliche Hautveränderungen) bei Katzen verantwortlich sein.

Diese entzündlichen Hautveränderungen können folgende Symptome beinhalten:

  • nicht saisonaler Juckreiz (unabhängig von den Jahreszeiten)
  • selbst verursachter Haarausfall (z.B. durch Belecken, Kratzen)
  • nicht-eitrige und eitrige Hautentzündungen, bevorzugt an Kopf, Ohren, Hals und Bauch

Etwa die Hälfte der Katzen mit Hautveränderungen durch eine Futtermittelunverträglichkeit bzw. Futtermittelallergie haben zusätzliche Magen-Darm-Probleme, wie Erbrechen und Darmentzündungen.

Keines der genannten Symptome allein ist ein sicherer Hinweis auf eine FMU. Treten jedoch Hautveränderungen in Kombination mit Magen-Darm-Problemen auf, ist das Vorliegen einer FMU wahrscheinlich.

Was ist der Unterschied zwischen Futtermittelunverträglichkeit und Futtermittelallergie?

Futtermittelunverträglichkeiten (FMU) sind adverse Reaktionen auf Nahrungsbestandteile. FMU ist sozusagen der Oberbegriff. FMUs kann man unterteilen in:

Futtermittelallergien (FMA):

  • Immunologische Reaktionen auf Futtermittel, meist Proteine (Allergie Typ I, III, IV)

Futtermittelintoleranz:

  • Ohne Beteiligung des Immunsystems.
  • Bsp. Laktose-Intoleranz: Dem Körper fehlen schlichtweg die nötigen Enzyme, um eine Futterkomponente abzubauen. Laktose verbleibt dann im Darm mit den jeweiligen Effekten, die von abführend bis stark blähend reichen können.
  • Bsp. Fruktose-Intoleranz: Nicht genug Transporter, sodass überschüssige Fruktose nicht vom Körper, sondern von Darmbakterien abgebaut wird und das dabei entstehende Gas zu starken Blähungen führen kann.

Vergiftungen:

  • Aufnahme von Giften mit den jeweiligen Vergiftungserscheinungen als Folge.

Wie entstehen Futtermittelallergien?

Als auslösende Faktoren kommen in Frage:

  • erhöhte Darmschleimhautdurchlässigkeit, defekte Barriere (z.B. durch Entzündungen)
  • schlecht verdaute Proteine
  • defekte Immunregulation

In der Folge kann es zu einer Immunreaktion auf bestimmte Nahrungsbestandteile (meist Proteine, aber auch Farb- und Konservierungsstoffe) kommen. Alternativ können die Allergene auch über die Atemwege, oder die Haut aufgenommen werden bzw. reicht der Kontakt schon aus, um eine FMA-Reaktion auszulösen.

Was sind die häufigsten Futtermittelallergene bei Katzen?

  • Rind
  • Fisch
  • Huhn
  • Milchprodukte
  • Weizen
  • Mais
  • Eier
  • Gerste
  • Kaninchen
  • Lamm

Allerdings zeichnet sich auch hier das Bild, dass Futtermittel, die häufig in Katzenfutter enthalten sind, also auch häufig gefressen werden, als Auslöser für FMA in Frage kommen.

Diagnose von Futtermittelallergien

Der sicherste Weg, eine FMA zu diagnostizieren, besteht in einer Ausschlussdiät, gefolgt von einer Provokationsprobe.

Die Durchführung ist für jeden Patienten sehr individuell und sollte unter tierärztlicher Betreuung durchgeführt werden.

Meine Katze hat eine Futtermittelunverträglichkeit. Was jetzt?

Bei FMU hilft auf lange Sicht nur die Umstellung auf ein verträgliches Futter. Das kann ein hypoallergenes bzw. hydrolysiertes Alleinfutter sein, oder auch die fachmännisch berechnete individuelle Ration. Was es am Ende wird. hängt in erster Linie davon ab, ob deine Katze das angebotene Futter auch frisst. Probieren mit viel Liebe ist also angesagt. Diese Möglichkeiten lassen sich zu Gunsten der Abwechslung im Futternapf natürlich auch kombinieren. Guten Appetit! 😉


Quellen:

Iben, Christine (2021); Ernährung der Katze; Enke Verlag; Stuttgart

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